|
50 Jahre BMW 700 – Die VorgeschichteIm Jahre 2009 jährt sich die Präsentation des BMW 700 zum fünfzigsten Male. Die Bedeutung dieses Modells für BMW kann kaum überschätzt werden. Erstmals konnte mit Einführung des BMW 700 wieder eine positive Geschäftsbilanz vorgelegt werden und damit das notwendige Kapital erwirtschaftet werden, um den schon lange geplanten Mittelwagen zu entwickeln und in Produktion zu nehmen und damit den großen Aufstieg von BMW zu schaffen. Zunächst aber muss die Frage kurz behandelt werden, ob es bereits vor der hierzu beschreibenden Geschichte früher Entwicklungen bei BMW gegeben hat, die technische Ähnlichkeit mit den Modellen der Reihe Isetta – 600 – 700 hatten. Konnte man auf frühere Erfahrungen zurückgreifen oder entstand alles neu? ![]() Bereits 1928 wurde bei BMW eigen-ständig ein Kleinwagen konstruiert und als Muster gebaut. Er wies einen Boxermotor aus dem Motorradprogramm als Antrieb auf. Zum Serienbau kam es nicht, da die Dixi-Werke übernommen wurden. Fahrzeugprojekt F 70Bereits vor 1928 befasste man sich bei BMW mit eigenständigen Entwicklungen von Automobilen. Es wurden mehrere Konzepte konstruktiv ausgearbeitet, kleine und große Wagen. (Dieser Umfang ist in der CN 4/2007 beschrieben). Der erste Kleinwagen und nur um solche geht es hier, wies einen luftgekühlten Vierzylinder-Reihenmotor auf, der vorn quer eingebaut war. Angetrieben wurden die Vorderräder. Sogar ein Versuchsmuster wurde gebaut und im Winter 1925/26 erprobt. Eine Serieneinführung erfolgte nicht. Eine konstruktive Brücke von diesem sehr fortschrittlichen Fahrzeugkonzept zum BMW 700 besteht nicht. ![]() Auch beim ersten Kleinwagenprojekt nach 1945, dem Baumuster 531, diente ein Motorrad-Boxermotor als Antrieb. Wegen finanzieller Schwierigkeiten konnte ein Serienbau nicht erfolgen. Fahrzeugprojekt 531Eine völlig neue Situation ergab sich für BMW nach 1945. Zunächst musste man mit der Herstellung einfachster Gegenstände und Geräte beginnen. (Dies ist in der CN 2/2005 beschrieben) Es folgt die Wiederaufnahme der Motorradproduktion, was schnell zu hohen Stückzahlen führte. Als der Motorradabsatz ab Mitte der 50er Jahre rapide zurückging, hatte man die Entwicklung des Motorrollers (siehe CN 4/2005) aber noch nicht vollendet. Auf diesem Wege war daher keine wirtschaftliche Stabilisierung mehr zu erreichen. ![]() Mit der BMW Isetta gelang es, den Abfall der Motorradproduktion auszugleichen und intern wie auch bei den Händlern die Beschäftigung zu sichern. IsettaSo stand man 1954/55 mit leeren Händen da. Der allein gewinnbringende Motorradabsatz fällt ab, der Motorroller ist nicht einsatzbereit, ein aktueller Kleinwagen ist nicht entwickelt und ebenso wie der zwar entwickelte Mittelwagen nicht finanzierbar, die Großwagen sind trotz des neuen V8-Motors und der Sondermodelle 503 und 507 defizitär. Nur eine völlig unkonventionelle Lösung kann Hoffnung für BMW bringen. ![]() Durch die äußerst raumsparende Konstruktion wurde für zwei Personen eine wetterunabhängige Fahrt ermöglicht und Ersatz für das Motorrad mit Beiwagen geboten. Der luftgekühlte Einzylinder-motor stammte aus dem Motorradprogramm. Verwendung des eigenen Einzylindermotors aus dem Motorrad zu einem Fahrzeug zu kommen, dass als neue Motorisierungsstufe für die bisherigen Motorradfahrer interessant sein müsste. Im Juli liefert ISO eine komplette und eine teilmontierte Isetta für Entwicklungsarbeiten an BMW nach München. Bereits im Oktober berichtet die Zeitschrift Das Auto, Motor und Sport: „BMW baut die Isetta“. Am 5. März 1955 wird die BMW Isetta mit dem luftgekühlten BMW Einzylinder-Viertaktmotor sowie einigen technischen Modifikationen der Presse vorgestellt. Die Isetta weist einige technische Lösungen auf, die für den Weg zum BMW 700 von Bedeutung sind:
![]() Die Isetta wies einen eigenständigen Rahmen auf; an dem Vorder- und Hinterachse und das Antriebsaggregat befestigt wurden. Die Karosserie mit Ausstattung wurde aufgesetzt. Die Isetta erweist sich als erfolgreiches Modell, bereits Ende 1955 sind 13.000 Stück verkauft. Damit gelingt es, die Arbeitsplätze der Mitarbeiter in der Fertigung und auch bei den Händlern weitgehend zu erhalten. Auch zum Finanzergebnis leistet die Isetta einen, wenn auch kleinen, positiven Beitrag. ![]() Der BMW 600 bot nun vier Personen Platz. Wegen seiner unkonventionellen Form und dem Fronteinstieg konnte er nur kurze Zeit am Markt bestehen. BMW 600Schon 1955 erkennt man bei BMW die Notwendigkeit, mehr als die zwei Sitze anzubieten. Verschiedenste Konzepte werden untersucht. Man entscheidet sich für eine viersitzige Super-Isetta, den BMW 600. Die wesentlichen technischen Konzepte werden von der Isetta übernommen:
![]() Der luftgekühlte Boxermotor aus dem Motorradprogramm wurde hinter der Hinterachse angeordnet. Ohne die Isetta hätte es den BMW 600 nicht geben können. Nach kurzer Entwicklungszeit und mit relativ geringen Investitionen konnte das größere Modell in Serie gebracht werden. Die technischen Risiken waren begrenzt. Alle anderen Konzepte, zum Beispiel mit eigenständigem Motor oder mit völlig anderer Karosserie, wären zu diesem Zeitpunkt nicht darstellbar gewesen. ![]() Auch beim BMW 600 wurde ein Rahmen verwendet. Völlig neuartig war die Führung der Hinterräder an Dreiecks-Schräglenkern, eine Lösung die BMW ab jetzt über Jahrzehnte bei allen Serienmodellen verwendete. Die Vorderachse entsprach dem Konzept der Isetta. Der BMW 600 wird ab Anfang 1958 an Kunden ausgeliefert, er soll die Zeit bis zum Anlauf des geplanten Mittelwagens, Baumuster 530, überbrücken, der bereits Ende 1958 in Serie gehen soll. Erneut muss BMW aber erkennen, dass die Fertigungseinrichtungen für den Mittelwagen nicht finanzierbar sind. Isetta und BMW 600 werfen nicht den für den Mittelwagenbau erforderlichen Gewinn ab. Bereits 1958 war erkennbar, dass der BMW 600 nicht für längere Zeit erfolgreich sein könnte, ab 1959 fallen die Stückzahlen deutlich ab. Auch der Absatz der Isetta geht zurück, die Motorräder sind auf kleinste Stückzahlen zurückgefallen. Man stand somit wie bereits 1954 vor einer extrem kritischen Situation. BMW 700Bereits 1957 hatte man beschlossen, zusätzlich zum oder als Nachfolger für den BMW 600 ein kleines zweisitziges Coupé zu entwickeln. Von diesem Beschluss erfuhr auch Wolfgang Denzel in Wien, der den ihm bekannten Designer Giovanni Michelotti beauftrage, eine erste Entwurfsskizze zu erstellen. Parallel dazu entwarf man auch im Hause BMW ein Coupé, zusätzlich die zugehörige Limousine. Da man bei BMW festgelegt hatte, dass die Arbeiten an diesen Kleinwagen-Konzepten in keiner Weise die für unbedingt notwendig gehaltene Entwicklung des Mittelwagens beeinträchtigen dürfen, war wegen der knappen Kapazitäten somit eine Vergabe des Kleinwagen-Entwicklungsauftrages an Denzel notwendig. Als technische Vorgaben legte man fest:
![]() Der BMW 700 war das erste BMW Fahrzeug ohne Rahmen, mit selbsttragender Karosserie. Hinterachse mit Antriebsaggregat sowie die Vorderradaufhängung wurden vom BMW 600 übernommen. Für die Größe und die Formgestaltung des Wagens ist der Radstand, also der Abstand Vorder- zu Hinterachse, sehr wichtig. Der BMW 600 wies ein Maß von 1,70 Meter auf. Im Oktober 1957 legte BMW für die weiteren Arbeiten fest, dass der neue Kleinwagen einen Radstand von 2,10 Meter und 2 plus 2 Sitze aufweisen soll. Der Fahrzeugunterbau soll einen viersitzigen Aufbau ermöglichen, zunächst aber die Coupéform dargestellt werden.
![]() Der BMW 700 war der erfolgreiche Kleinwagen, der BMW den Weg in die Zukunft ermöglichte. Mit den Bauformen Coupé und Limousine erreichte er hohe Stückzahlen und schuf so die Möglichkeit, mit der folgenden Neuen Klasse in neue Regionen vorzustoßen. Am 9.6.1957 wurde das neue BMW 700 Coupé in Feldafing am Starnberger See der Presse vorgestellt, die Limousine erschien zur IAA in Frankfurt. |
Jahrestreffen 2012
Informationen zum Jahrestreffen 2012 gibt es unter folgendem Link: www.isettatreffen-2012.de Neue TelefonnummerAchtung! Unser Ersatzteilwart hat ab sofort neue Telefonnummern: Ersatzteilkatalog 2011
Ersatzteilkatalog 2011 Preisliste zum Ersatzteilkatalog
Preisliste zum Ersatzteilkatalog 2011 Isetta Buch
Isetta - Ein Auto bewegt die Welt (1. Auflage) ![]() |
Copyright © 2008 Isetta Club e.V. Alle Rechte vorbehalten.
·
Datenschutzhinweis ·
Impressum ·
Sitemap ·
Kontakt ·