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Konkurrenz aus eigenem Haus: BMW 600 und BMW 700

BMW Isetta am Strand

Mit dem Wirtschaftswunder blühten freilich auch die Ansprüche der Autokäufer Ende der 50er Jahre weiter auf. Die spartanischen Kleinstwagen hatten ihren Zenith überschritten, die Kunden verlangen richtige Autos. BMW reagierte 1957 darauf zunächst mit dem 600, einer verlängerten Isetta mit Zweizylinder-Boxermotor im Heck. Bereits 1958 hatte der rundliche Viersitzer mit dem 19,5 PS starken Zweizylinder-Boxermotor der Isetta den Rang als Umsatzbringer Nummer eins abgelaufen: Mit 75,5 Millionen Mark trug der BMW 600 zu 39 Prozent am BMW Umsatz bei, die Isetta brachte es auf 53 Millionen DM oder 27 Prozent. 1959 wurde der BMW 600 aber von einer deutlich moderneren Konstruktion abgelöst, deren Ponton-Karosserie erstmals in selbsttragender Bauweise entstand: Der BMW 700.

Die beiden neuen Produktlinien knabberten auch an den Verkaufszahlen der Isetta. 1958 verließen noch knapp 22.000 Motocoupés die Bänder in München, ein Jahr später waren es noch rund 20.000 Fahrzeuge. Allerdings: „Dem Rückgang des Isetta-Absatzes im Inland stand eine bedeutsame Steigerung der Isetta-CKD-Lieferungen zur Montage dieses Fahrzeugs im Ausland gegenüber,“ vermeldete der Geschäftsbericht. Waren 1958 noch gerade mal 825 zerlegte Motocoupés in alle Welt verschifft worden, lag diese Zahl 1959 bei 6900.

Ende einer Ära: Produktionsauslauf Mai 1962.

BMW Isetta

Dennoch hielt sich das „Ei auf Rädern“ wacker gegenüber der immer größer und moderner werdenden Konkurrenz. Vor allem durch den günstigen Preis und die dennoch hohe Qualität. Mit 2650 DM für die 250er Version und 2710 DM für die 300 Kubik-Isetta war der Kleinwagen 1960 fast unschlagbar preiswert. Selbst der harte Konkurrent Goggomobil verlangte für das Einstiegsmodell T250 exakt 2947 DM. Und immerhin notierte die Preisübersicht in einer einschlägigen Fachzeitschrift des Jahres 1960 zur Isetta: „Aufpreis für Heizung 45 DM, Schiebedach serienmäßig“ – damals das einzige deutsche Auto, das dieses Extra ab Werk bot. Nur ein Fahrzeug in dieser Liste war noch günstiger als die Isetta: Der Messerschmitt Kabinenroller KR 200 für 2395 DM, sogar mit Heizung ohne Aufpreis. Doch es half nichts. 1961 formulierte eine Fachzeitschrift: „Wie man die Isetta auch betrachtet, ihre Zeit ist vorbei“. Ein Jahr später stellt BMW die Produktion der Isetta ein. 161728 Exemplare des Motocoupés waren gebaut worden. Der Vorstandsbericht 1962 vermerkte lapidar: “Die Isetta-Herstellung lief nach Aufarbeitung der Vorräte im Mai planmäßig aus.“

Quelle: BMW Presse-Mitteilung vom 24.02.05

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