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Preiswert: Ein halbes Jahr Arbeit für eine Isetta.

BMW Isetta Standard

Die Isetta kam an. BMW hatte recht gehabt mit der „Ideallösung des Fahrproblems für alle, die ein wendiges, flinkes Fahrzeug bei geringen Betriebskosten ohne Park- und Garagenschwierigkeiten benötigen. Das gilt für Lohn- und Gehaltsempfänger für den Weg zur Arbeitsstätte, für Ärzte, Vertreter, Handwerker, für den Einsatz von Reisenden großer Firmen, für selbstständig Schaffende und nicht zuletzt für die Dame, wenn der Hausherr mit dem „großen Wagen“ unterwegs ist.“ Neben ihren technischen Qualitäten sprach für das Motocoupé auch der günstige Verkaufspreis: 2550 D-Mark verlangte BMW. Das war preiswert, aber nicht billig. Ein deutscher Arbeitnehmer verdiente damals wöchentlich im Durchschnitt 90 DM, musste also gut ein halbes Jahr für den Kauf einer Isetta arbeiten. Die obligatorische Haftpflichtversicherung lag bei 95 DM, das Finanzamt verlangte für die Knutschkugel pro Jahr 44 DM Steuer – „weniger als ein Großstadt-Dackel“, wie die Werbung versicherte.

1955: Die Nachfrage übersteigt das Angebot.

BMW Isetta in New York

11.200 Isetten hatte sich BMW als Produktionsziel für das Jahr 1955 vorgenommen, es wurden deutlich mehr – und deckten die Nachfrage noch immer nicht. Voller Stolz verkündete der Vorstandsbericht über das BMW Geschäftsjahr: „Die westdeutsche Kraftfahrzeugindustrie konnte im Jahre 1955 ihre Produktion um ein Drittel erhöhen. An dieser Erweiterung nahmen wir in vollem Umfang teil. Der Gesamtumsatz unseres Werkes München-Milbertshofen erhöhte sich um 46 Prozent auf 138.000.000 DM. Der von uns bereits in den Vorjahren angekündigte Rückgang des Motorradgeschäftes wurde zwar durch die rechtzeitige Aufnahme der Fertigung des Motocoupé BMW-Isetta aufgefangen, doch gingen die Anlaufkosten zu Lasten des Berichtsjahres. Die Isetta-Produktion konnte daher mit der Steigerung der Stückzahlen erst um die Jahreswende 1955/1956 die Rentabilitätsschwelle überschreiten und trägt damit zu der Wirtschaftlichkeit des Werkes bei. Die BMW-Isetta traf auf eine außerordentlich günstige Marktnachfrage, die die rasche Steigerung der Fertigung gestattete. Insgesamt wurden seit dem Anlauf der Produktion im April, steigend bis zu einer monatlichen Fertigung von 2000 Stück, bis Ende 1955 12911 Stück hergestellt und verkauft.“ BMW produzierte an Motocoupés, was es ging – teils unter widrigsten Bedingungen. So schraubten Arbeiter am Band die Knutschkugeln zusammen, während zwei Schritte weiter Maurer damit beschäftigt waren, die noch immer kriegsbeschädigten Werkhallen zu reparieren. Dennoch mussten sich die Käufer meist über einen Monat gedulden, bis sie ihre bestellte Isetta in Empfang nehmen konnten.

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