Aber wie schon erwähnt, der Stern der Isetta sank. Die Motor Rundschau schrieb im Heft 24/1960 zu diesem Thema folgendes:
"Wenn wir uns jetzt mit der Isetta beschäftigen, d.h. wenn wir gewissermaßen zu einer Zeit auf sie zurückkommen, in der die Wünsche des großen Publikums und dementsprechend notwendigerweise die Pläne der Firmen immer stärker zu den größeren Fahrzeugklassen tendieren, so tun wir das aus einer bestimmten Einstellung. Einerseits ist da das Problem der Erstmotorisierung für viele junge, aber auch für ältere Leute mit kleinerem Geldbeutel. Andererseits aber besteht heute bereits mehr denn je der Wunsch, ein Zweitfahrzeug zu erwerben, sozusagen für die Hausfrau und ihre Einkäufe in Stadt und Land. Ferner gibt es immer mehr andere Verwendungszwecke innerhalb der Wirtschaft, angefangen vom Handel bis zur Großindustrie, die motorisierte Kleinstfahrzeuge als Botenfahrzeuge, als Zubringer oder leicht bewegliche Großstadtgefährte suchen. Die BMW Isetta konnte sich durchsetzen, weil sie in ihrer Konzeption den bei ihrer Geburt bestehenden Forderungen für ein wettergeschütztes Kleinstfahrzeug genau entsprach, und weil es ein vertrauenswürdiges renommiertes Werk war, dass sich damals „herabließ“, dieses neuartige unübliche Gefährt in größerer Serie aufzulegen. Wir glauben, und das also ist vor allem der Grund, dass wir uns wieder einmal die Isetta für einen Test geholt hatten, dass dieser Fahrzeugtyp auf keinen Fall auslaufen sollte, auch wenn er heute vielleicht nicht so im Rennen liegt, wie noch vor wenigen Jahren. Allerdings bedarf die Isetta einer Modernisierung, etwa was die Form der Tür anbelangt...."
Dieses Zitat verdeutlicht sehr anschaulich die Ideen 1960. Alles musste und sollte größer und feiner werden, die Isetta wurde degradiert zum "Arme-Leute-Auto". Dieses spiegelte sich auch in den Zulassungszahlen wider: Wurden 1959 noch 17.101 Isetten zugelassen, so waren es 1960 nur noch 9.747. Das Goggomobil verzeichnete jedoch 1959 19.529 Stück und 1960 immer noch 17.815. Der ebenfalls viersitzige NSU Prinz stieg von 15.288 auf 19.023 und auch der BMW 700 kam in seinem ersten Jahr auf 18.534 Stück.
Die Werbung von BMW hob dann auch in den Jahren 1960 - 1962 als Hauptpunkt der Isetta die Wirtschaftlichkeit heraus. BMW produzierte die BMW Isetta in München noch bis zum Oktober 1962 und ließ dann dieses Auto auslaufen. Da ja schon die große Schwester BMW 600 nicht mehr produziert wurde, blieb als einziger Kleinwagen der BMW 700 übrig. Die nächst höhere Klasse war dann die so genannte "Neue Klasse". Die "Isettazeit" bei BMW war vorbei.
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