Geschichte BMW Isetta - Seite 10

Das Problem für BMW war zu dieser Zeit das fehlende Mittelklassenprogramm. eine zu große Lücke klaffte zwischen den Kleinwagen und den Luxusfahrzeugen. Zwar entstand mittlerweile ein größerer Wagen in Form des BMW 600 und auch der BMW 700 entstand in seinen Zügen, doch die auch durchgeführten Entwicklungsarbeiten an einem richtigen Mittelkassewagen mit 1600 cm3 konnten aufgrund der Finanzlage nicht realisiert werden.

Die BMW Führung tat das einzig Richtige und setzte weiterhin auf die Isetta, die durch die auf der IFMA 1956 vorgestellte Export - Version wieder er folgreich geworden war. Um den finanziellen Rahmen zu erhalten, produzierte sie im verminderten Umfang weiterhin Motorräder. Wahrscheinlich hofften die Verantwortlichen auch auf ein kleines Wunder. Bis zum Januar 1957 gelang es dann auch tatsächlich, die anvisierte Planzahl von 40.000 Isetten zu verkaufen.

Die Fachpresse, wohl wissend, wie es um BMW stand, verhielt sich ausgesprochen zurückhaltend. Das neue Export Modell jedoch wurde begeistert gelobt und als echter Fortschritt im Vergleich zur Standardausführung bejubelt. Umfangreiche Testberichte erschienen und auch bei Vergleichstest mit anderen Fahrzeugen dieser Klasse schnitt die Isetta erfolgreich ab. Die noch vorhandenen Restbestände der Standardversion wurden zum Preis von 2.490,- DM als Standard '57 verkauft und auch sie fanden wieder Abnehmer. Der BMW 600, der ebenfalls vorgestellt wurde, fand zwar interessierte Isettafahrer als Käufer, konnte jedoch nicht den Erfolg der Export Isetta schmälern.

Der Trend der Zeit ging zwar immer weiter zum "richtigen" Kleinwagen, doch der Markt bot immer noch ausreichenden Absatz für die klassischen Kabinenroller.
1959 jedoch geriet BMW erneut in eine schwere Krise und wieder war es Dr. Herbert Quandt, der BMW rettete. Allerdings diesmal nicht nur durch sein bekundetes Interesse an BMW, sondern durch intensiven Geldeinsatz. Der schon intensiv diskutierte Aufkauf von BMW durch Mercedes war damit verhindert. Bei BMW war es jetzt erstmals seit Kriegsende wieder möglich, die vorhandenen Ideen und das konstruktive Können voll auszunutzen, da endlich wieder Geld im Hause war. Ideen, die schon lange vorhanden waren und Entwicklungen, zu denen schon lange konstruktive Vorschläge auf dein Tisch lagen, wurden jetzt innerhalb kürzester Zeit durchgeführt. BMW profitierte jetzt von den Belastungen, die allen während der schwierigen Jahre auferlegt waren und zu einem ganz besonderen Verhältnis zum BMW Werk und der eigenen Leistungsfähigkeit geführt hatten.

Der BMW 600 fiel aus dem Programm, der BMW 700 war auf Erfolgskurs. Die Isetta, die BMW 1955 erstmals wieder einen Bilanzgewinn verschafft hatte und in den schwierigen Jahren 1956 bis 1959 das Überleben von BMW auf dem Existenzminimum gesichert hatte, geriet in den Jahren 1960 - 1962 durch die neue Situation auf das Abstellgleis. Lediglich kleine technische Änderungen im Rahmen der Modellpflege wurden durchgeführt und man erkannte realistisch, dass der Markt für diese Art von Fahrzeugen langsam aber sicher nicht mehr ausreichte. Ein wesentlicher Grund für den Niedergang der Rollermobile war der rasante wirtschaftliche Aufschwung, und jeder wollte endlich ein „richtiges“ Auto haben. Die Produktion der BMW Isetta in München wurde 1962 eingestellt, insgesamt wurden 161.728 BMW Isetten produziert - eine stolze Zahl


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