BMW suchte in Anzeigen Mitarbeiter für die Fabrikation. Mit dem Werbespruch, "Komm zu BMW, es kann dein Glück sein“ sollten zusätzliche Arbeitskräfte für die Fertigung angeworben werden. Die Produktion lief auf Hochtouren, doch der Absatz geriet ins Stocken. BMW war sogar gezwungen, zum 1. September 1956 600 Mann zu entlassen. Die gefertigten Isetten stauten sich auf dem Hof. Zwar wurde zu dieser Zeit ein Liefervertrag über 1.000 Isetten in die USA geschlossen, doch die Halden wuchsen. Ungeachtet dessen schrieb BMW seine Händler an und verwies auf den Auslandsauftrag, verbunden mit dem Hinweis, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte, doch die Steigerung der Nachfrage war nur gering. Im Spiegel vom 29.8.56 sprach von "raffinierten Tricks, damit die Händler sich eindecken sollten."
Die Spedition Straßer in München erhielt daraufhin den Auftrag, 1.500 Isetten einzulagern, um wieder Platz auf dem Werksgelände in Milbertshofen zu bekommen.
Viele Kaufinteressenten stellten ihren Isettakauf zurück, da es hieß, dass andere Autohersteller demnächst billige Kleinwagen herausbringen würden. Verschärfend auf diese Situation wirkte sich allerdings die Preiserhöhung der Isetta aus, die erforderlich wurde, um die durch die IG Metall ausgehandelte achtprozentige Lohnerhöhung aufzufangen. Trotz mittlerweile gesenkten Produktionskosten lag der Preis einer Isetta jetzt bei 2.750,- DM gegenüber früher 2.550,- DM.
Direktor Grewening setzte seine Hoffnungen auf modifizierte Isettatypen, ein Cabriolet und ein Lieferwagen wurden geplant.
Was bei BMW wirklich fehlte, war Kapital. Ab Mai 1956 fiel allerdings auf, dass ein Unbekannter Interesse an BMW Aktien zeigte, so dass der Kurs kurzfristig auf 195,- DM stieg. Vermutet wurde als Aufkäufer der Großindustrielle Quandt, bis zur Hauptversammlung im Oktober erzielte man darüber jedoch keine Gewissheit. Um über die Runden zu kommen, bat BMW mangels Bankkrediten im August 1956 den Bundeswirtschaftsminister Erhard um eine weitere Bundesbürgschaft in Höhe von 7 Millionen DM.
Das BMW Werk war in die schwierigste Situation seit seinem Bestehen geraten. Doch man gab nicht auf bei BMW. Die Isetta wurde weiter entwickelt, die angeblichen neuen billigen Kleinwagen erschienen nicht so zahlreich auf dem Markt und es ging wieder aufwärts bei BMW. Auch das Interesse von Dr. Quandt gab BMW die Möglichkeit, neue Finanzierungsquellen aufzutun.
|
 |
|