Lutz Hohaus' Isetta |
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Meine Isetta kenne ich schon sehr lange. Als Kind habe ich mit meinen Geschwistern bereits in ihr gespielt, meistens waren es wilde Verfolgungsjagten (war ja schließlich ein BMW), ausgetragen in der Garage meines Onkels. Dort stand sie seit den frühen siebziger Jahren. Abgemeldet seit 1970 hatte er sie für den symbolischehn Kaufpreis von einer D-Mark von einem befreundeten Schrotthändler erworben. Der Zahn der Zeit war deutlich sichtbar, auch wenn die maroden Stellen der Isetta inzwischen durch eine orange Lackschicht und viel Spachtelmasse verdeckt waren. Die fehlende Innenausstattung und andere "Fehlteile" konnten uns damals nicht abhalten dieses Auto sofort in unser Kinderherz zu schließen. |
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Zugelassen hat mein Onkel die Isetta nie, sie war eine Art "Freizeitbastelei" die nie fertig wurde. Erst als ich in der Lehre zum Kfz-Mechaniker war, kam mir die Idee meinem Onkel die alte Isetta abzukaufen und zu restaurieren. So kam es, daß ich eines schönen Tages im Jahre 1993 mit einem Pferdeanhänger nach Hessen aufbrach und mit dem kostbaren Ladegut "BMW Isetta" ins Ruhrgebiet heimkehrte. |
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Meine erste "Isetta-Tat" war eine Fahrt nach Mannheim zur Veterama. Dort trat ich in den Isetta Club ein und lernte dabei Hans-Jürgen Kirschbaum kennen, der zufälligerweise keine Minute von meiner Arbeitsstelle entfernt wohnte. Dafür war ich nach Manheim gefahren! Die Restaurierung hat dann noch fünf weitere Jahre gedauert, in denen ich mal mehr und mal weniger intensiv an der Isetta arbeitete. Hans-Jürgen Kirschbaum war dabei eine sehr große Hilfe, mit Rat und Tat stand er eigentlich zu jeder Zeit zur Verfügung. Inzwischen war ich Maschinenbaustudent und die Zeit wurde deutlich knapper. |
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Wer weiß, wie lange es noch gedauert hätte wenn meine Schwester nicht geheiratet hätte. Ich hatte ihr nämlich versprochen, "Wenn Du heiratest fahre ich Dich mit der Isetta zur Kirche!" Als meine Schwester ihre Verlobung verkündete war die Karosserie noch nicht mal beim Lackierer. Dennoch stand ich im Wort, und das wollte ich auch halten. Es wurde dann sehr knapp, aber es hat doch hingehauen: Die Hochzeit war an einem Samstag, die erste Fahrt mit der Isetta geschah drei Tage davor, an einem Mittwoch! Einen Monat später wurde die Isetta nach 28-jähriger Pause wieder zum Straßenverkehr zugelassen. |
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Lutz Hohaus |
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