Dynastarter

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Winni
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Dynastarter

Beitrag von Winni »

Moin liebe Fachleute,

kann ich eine Dynastartanlage vom 700er Motor in einen 250er Isettamotor bauen???
Oder passt zumindest das Gehäuse des Stators??

Danke!
Helmut Windolph
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Ralf Heiligtag
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Re: Dynastarter

Beitrag von Ralf Heiligtag »

Dazu ein kleines Anekdötchen, denn da kenn’ ich zufällig einen, der das gemacht hat. So ohne weiteres ging’s aber nicht, weil die Dynastarter der Zweizylindermotoren länger sind als die des Isetta-Einzylinders.

Die Durchmesser von Anker und Stator passen aber immerhin. Dadurch ermutigt, tat der gute Mann dies:

Den Gebläsedeckel setzte er mit Hilfe eines Zwischenrings weiter weg vom Motorgehäuse, um Bauraum für den längeren Dynastarter zu schaffen und gleichzeitig auch welchen für das Lüfterrad des Zweizylinders, von dem er sich infolge seiner größeren Schaufeln eine bessere Kühlleistung versprach. Den größeren Dynastarter aus dem Zweizylinderboxer baute er auch glücklich in seinen Isettamotor ein.

Nun war der Isettamotor aber derart breit geworden, dass der Motordeckel der Karosserie nicht mehr drüberpasste.

Zur Abhilfe beschloss der Bastler, der Motor samt Getriebe müsse dann eben dichter an den Kettenkasten gerückt werden, auf dass der für den größeren Dynastarter zusätzlich benötigte Bauraum nun auf der anderen Seite eingespart werde. Zu diesem Zweck kürzte der Bastler die Antriebswelle zwischen Getriebe und Kettenkasten. Die sowieso überlasteten Gummigelenke https://www.isetta-club.de/wikisetta/do ... dyscheiben wurden dadurch noch stärker als bisher ausgebogen. Denn die Gelenke leiden umso mehr, je kürzer die Welle ist. An solche Nebensächlichkeiten mochte er aber im Umbaueifer nicht denken.

Warum tat der gute Mann sich das alles überhaupt an? Weil er seinen Motor auf 350 cm³ gebracht hatte und anschließend überrascht feststellte, dass der serienmäßige Dynastarter es nicht mehr schaffte, den Motor über die Kompression zu drehen. Surprise: Bei unverändertem Brennraumvolumen steigt das Verdichtungsverhältnis allein durch die Hubraumvergrößerung.

Da man im Besitz von 350 cm³ und dem entsprechend höheren Drehmoment (er sprach nicht ohne Stolz von über 19 auf einem Rollenprüfstand gemessenen Pe-Essen) noch mehr auf eine haltbare Gelenkwelle angewiesen ist als das schon mit dem serienmäßigen Motor der Fall ist, hat der tapfere Bastler es zwar gut gemeint, aber den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. In der Folge hatte er fortwährende Probleme mit zu geringer Haltbarkeit der Gummigelenke. Als ich ihm von meinem Plan erzählte, eine Gelenkwelle mit Gleichlaufgelenken https://www.isetta-club.de/wikisetta/li ... kwelle.pdf für die Isetta zu bauen, erntete ich nur ein abwinkendes „Da hab’ ich auch schon drüber nachgedacht, aber das geht nicht.“ Als ich ihm einige Wochen später die einbaufertige Welle auf den Tisch legte, meinte er: „Haste ma' 'ne Zeichnung? Ich werd’ mir auch eine bauen, aber anders.“ Nun ja, dann eben gerne anders, schon aus Prinzip ...

Zurück zum Dynastarter: Warum soll’s denn überhaupt ein größerer sein? Selbst bei einem leistungsgesteigerten Motor ist das Problem des Über-die-Kompri-Drehens mit einem Ventilausheber viel leichter lösbar, dann reicht locker der serienmäßige Dynastarter. Im Bericht über den 350er https://www.isetta-club.de/wikisetta/li ... 50_ccm.pdfist das beschrieben.

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Winni
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Re: Dynastarter

Beitrag von Winni »

Moin Ralf,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Nein, ich hab den Motor nicht auf 350 ccm gebracht, will auch keine E-Isetta mit Hilfe des Dynastarters bauen.
Ganz einfach: Das billigste Angebot für einen Isetta-Dynastarter lag bei 150€. Jetzt fand ich eine Kleinanzeige mit einem Dynastarter vom 700er für 80€.
Wenn es ohne Probleme passen würde, wäre es eine preiswerte Alternative. Aber so werde ich wohl auf dieses Angebot verzichten.

viele Grüsse
Winni
Helmut Windolph
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