Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

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Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

Beitrag von Isettafahrer » 7. Mai 2018, 11:15

Bei meiner 58er Isetta hat sich der Silentblock V27, der am unteren Schwingarm die Bremsankerplatte hält, leider aufgelöst. :shock:

Da der Schwingarm ausgebaut werden muss, ist das volle Programm fällig: Radnabe runter, Bremsankerplatte weg, Schwingarm raus.

Kann mir jemand sagen, welche Dichtungen ich zum erneuten Zusammenbau des vorderen Achschenkels neu brauche (bspw. V28, V53)?

Vielen Dank für Eure Hilfe!
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Ralf Heiligtag
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Re: Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

Beitrag von Ralf Heiligtag » 7. Mai 2018, 20:23

Presse den neuen Silentblock auf die richtige Höhe ein, so wie es die Reparaturanleitung
https://www.isetta-club.de/wikisetta/li ... export.pdf
im Bild 50 zeigt:
Einpresstiefe des Silentblocks V27.jpg
Erneuere den O-Ring V28 der Bremshalterstütze und den O-Ring V21 der Bremsankerplatte.
Die Papierdichtung V53 brauchst du nicht zu erneuern, weil die Blechkappe V55 an der Bremsankerplatte verbleiben darf und nicht abgenommen zu werden braucht.
Ersatzteile Vorderachse Isetta Export.JPG
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Re: Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

Beitrag von Isettafahrer » 7. Mai 2018, 20:44

Super, vielen Dank!
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Re: Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

Beitrag von Isettafahrer » 20. Mai 2018, 21:12

So, der Silentblock ist drin. Seitdem klappert die Vorderachse nicht mehr.

Die Operation hat ca. 3,5 Stunden gedauert. Am meisten hat der Einbau der Bremsbacken gedauert. Um die in Position zu bekommen, hab ich nach zig vergeblichen Versuchen die Nabe wieder abgezogen. Dann hat‘s geklappt. 💪🏼✌🏼
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Re: Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

Beitrag von getec » 23. Sep 2018, 17:49

[attachment=0]Bremshaltestütze.jpg[/attachment]Hallo Zusammen,

Bei der obigen Abbildung Bild 50 stelle ich mir immer die Frage, ob ich das richtig interpretiere.

Der Abstand von der Anlauffläche des Silent Blocks zur Anlauffläche am Achsschenkel ist wo zu messen. Ich habe die zwei Möglichkeiten aufgezeigt und bin eigentlich für A; bin mir aber nicht ganz sicher....

Danke für eine Klärung
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Ralf Heiligtag
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Re: Einpresstiefe für Silentblock V27, Bezugskante

Beitrag von Ralf Heiligtag » 24. Sep 2018, 14:47

Die Frage ist gut. Ohne einen Achsschenkel zu zerlegen und genau zu messen, weiß ich die Antwort nicht. Das Bild aus der BMW-Reparaturanleitung sieht so aus, als liege die Bremshalterstütze am großen Durchmesser A auf.

Technisch sinnvoller wäre es, wenn mit "Anlauffläche am Achsschenkel" das Ende des Lagerzapfendurchmessers B gemeint wäre. Denn nur dort findet die Bremshalterstütze einen harten Anschlag. Mit der Fläche A findet sie nur einen weichen Anschlag, weil dort der O-Ring anliegt. Der Bund zwischen A und B dient lediglich dazu, den O-Ring zur Abdichtung zu zentrieren und ihn vorzuspannen. Mit vorspannen meine ich ein geringfügiges Abplatten, weil ein O-Ring ohne eine Vorspannung von etwa 15 bis 25% nicht abdichten kann.

Eben darum darf die Höhe dieses Bundes nicht zu grob toleriert sein; ich schätze max. +/- 0,1 mm. Diese relativ hohe Genauigkeit, mit der die Kante A der erhofften Funktion des O-Rings zuliebe gefertigt worden sein muss, unterstreicht die Annahme, dass sie durchaus als Bezugskante für die Messung dienen kann. Die Höhentoleranz des Bundes für den O-Ring, also die Strecke von A nach B, ist sicher deutlich weniger als die +/- 0,2 mm, die für die Einpresstiefe des Silentblocs erlaubt sind. Das bedeutet, dass A als Bezugskante geeignet ist und tatsächlich auch gemeint ist, wie das Bild von BMW es ja nahelegt. Dort schaut kein kleinerer Durchmesser heraus.

Wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt (ist schon 13 Jahre her), habe ich beim Zusammenbau meiner Isetta-Achsschenkel die Bremshalterstütze auf A aufgelegt, den Silentbloc auf das Maß 65,5 mm eingepresst, und anschließend passte es. Aber ganz sicher bin ich nicht.

Gürtel-und Hosenträger-Vorschlag: Auf A auflegen, Silentbloc auf Maß 65,5 mm einpressen, Teile zusammenstecken und schauen, ob die Bremsankerplatte mit ihrer Rückseite zwanglos an der Stirnfläche des Silentblocs anliegt. Ist das wider Erwarten nicht der Fall, dann auf Fläche B auflegen und den Silentbloc um die Stufenhöhe A minus B tiefer einpressen.

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Ralf Heiligtag
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Einpresstiefe für Silentblock V27, Bezugskante

Beitrag von Ralf Heiligtag » 28. Jul 2019, 15:14

Aus gegebenem Anlass komme ich heute auf dieses Thema zurück.

Nachdem kürzlich ein Bremshalterstützen-Silentbloc in meiner Isetta reif zum Erneuern war, musste ich die Einpresstiefe von 65,5 mm auch mal wieder messen. Das half dem Erinnerungsvermögen auf die Sprünge. Nun habe ich mir ein Aufnahmewerkzeug für die Bremshalterstütze geschaffen mit einer Bohrung, in die der Lagerzapfen passt.

Das Werkzeug ist eigentlich ein Klemmschlüssel zum Anziehen und Lösen der Stößelführungen am Motor, wenn diese keinen Sechskant haben. Weil die Klemmbohrung mit 30 mm zu groß für den Lagerzapfen der Bremshalterstütze ist, wurde eine Messingbuchse eingesetzt, die außen 30 mm und innen 25 mm misst. Dort passt der Zapfen mit sehr wenig Spiel hinein.
Aufnahme für Bremshalterstütze.jpg
Die Messingbuchse ist mit ihrer Oberkante bündig in die Bohrung des Stahlteils eingeschoben. Die im Bild sichtbare Klemmschraube wird nur ganz zart angezogen, so dass die Messingbuchse nicht nach unten durchrutschen kann. Die Bremshalterstütze liegt dann durch ihr Eigengewicht mit Kante B auf der Messingbuchse. Da der Zapfen ohne Wackelspiel in die Bohrung der Messingbuchse passt, kann man nun sehr bequem rechts den Meßschieber auf die Fläche des Silentblocs unter dem Gewinde legen und den Abstand bis zur Oberfläche der Aufnahmevorrichtung messen.
Bremshalterstütze in Aufnahme.jpg
Daraus ergibt sich, dass die Kante B in Christians Schemabild die Bezugskante für die Messung sein muss. Denn würde man die Bohrung in der Aufnahmevorrichtung so groß machen, dass Kante A aufliegen könnte, hätte der Zapfen keine Führung mehr. Er würde in der Aufnahmebohrung so sehr wackeln, dass die Bremshalterstütze rechts nach unten kippen würde. Sie müsste links niedergedrückt werden, damit Kante A anliegt, während man rechts die Einpresstiefe des Silentblocs misst. Versuchte man das alleine ohne einen Helfer, wäre das Risiko von Fehlmessungen infolge der Wackelei groß. Es sei denn, man zöge den Zapfen der Bremshalterstütze von unten mit Hülse, Scheibe und Mutter gegen das Aufnahmewerkzeug. Viel zu viel Aufwand. Davon ist oben im Bild 50 nichts zu sehen und nichts erwähnt.

Spitzfindige „Ja, aber“-Sager mögen nun einwenden, dass Kante A durchaus auch die Bezugskante sein könne, wenn man die Bohrung im Aufnahmewerkzeug gestuft machen würde. Nämlich oben ein kleines Stück weit - etwas tiefer als der Ansatz an der Bremshalterstütze lang ist - so groß, dass der etwas größere Durchmesser für den O-Ring darin verschwinden kann; und darunter 25 mm, so dass der Lagerzapfen dennoch eng geführt wird.

Dieser Einwand lässt sich sofort entkräften: Eine Stufenbohrung würde das Aufnahmewerkzeug unnötig verkomplizieren, was kein Konstrukteur ohne Not täte. Wäre das Werkzeug derart kompliziert, hätte es eine Matra-Werkzeugnummer. Davon ist in der Reparaturanleitung keine Rede. Bild 50 zeigt einfach ein Stück Flachstahl mit Bohrungen, eingespannt im Schraubstock. Darum ist es logisch und schlüssig, dass B die Bezugskante ist.
Maß 65,5 mm.jpg
Presst man den Silentbloc auf das Maß 65,5 mm ein, und zwar von Kante B gemessen, so stimmt seine Anlagefläche mit der Rückseite der Bremsankerplatte so gut überein, dass die Ankerplatte zwanglos anliegt und sich beim Festziehen der Mutter am Silentbloc nicht schief zieht. Eben dies ist der Sinn der eng tolerierten Einpresstiefe. Die Antwort auf Christians Frage lautet also: B.

Was übrigens an Frage 2 im Al-Bundy-Quiz erinnert: https://youtu.be/3bbbrtK7pDQ
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Re: Silentblock V27 hat sich aufgelöst?

Beitrag von getec » 14. Aug 2019, 22:05

Hallo Ralf

Danke für die Ergänzung. werde mir fürs nächste Mal auch so einen Klemmschlüssel präparieren.
mit besten Grüssen
Christian
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